>>Lasst uns kämpfen, Frauen!<<

Abtreibung ist
Frauen-
recht!
Die Aktionen und Attacken der AbtreibungsgegnerInnen, allein im letzten halben Jahr bilden eine lange Liste an Grauslichkeiten. Openair Konzerte auf der Wiener Kaiserwiese, Marschieren für das Leben, ein Ball mit „Babies im Dreivierteltakt“ und Bundeskanzlerehrenschutz, Sextalk mit Jugend für das Leben und Gott auf der Uni - im NIG - (ist verhindert worden), und nachgeschmissene Plastikembryos neben der Abtreibungsklinik – vor einem Schaufenster mit Fötenfotos und sakralen Brechmitteln.
Das alles ist so eine bodenlose Frechheit! Nein, das Vorgehen der AbtreibungsgegnerInnen ist nicht nur eine Frechheit, empörend, widerlich, abstoßend und aggressiv. Es ist ein direkter Angriff auf das Selbstbestimmungsrecht der Frauen!
Und die Kirche, ÖVP und eine immer größer werdende Menge an Leuten – so scheint's – stehen voll dahinter. Stehen ihren Mann. Widerlich.
>Ob Kinder oder keine entscheiden wir alleine< genauso wie >Mein Bauch gehört mir< sind Parolen, aktuell wie eh und je!
Und das vor dem Hintergrund der katastrophalen Tatsasche, dass Abtreibung noch immer durch Paragraphen im Strafgesetzbuch geregelt wird! Die so wichtige Forderung >Abtreibung raus aus dem Strafgesetzbuch und auf Krankenschein< geht in der Grundsatzdebatte, die immer noch geführt werden muss, direkt unter.
Und diese Abtreibungsdebatte spiegelt die alltägliche patriarchale Situation wider: Männer diskutieren über Frauen(-körper), Männer entscheiden über Frauenleben.
Warum?! Die politischen Entscheidungen über Abtreibung fällen, die Diskussionen führen über Abtreibung – ist Frauensache! Hawara brauchen sich nicht einzumischen. Warum denn bitte auch?! Solange nur Frauen Kinder kriegen können sollen auch nur Frauen darüber entscheiden können ob und wieviele Kinder sie wollen!
Nicht Mord, kein Totschlag! Gegen solche Argumente braucht frau sich nicht einmal zu verteidigen! Ich habe, glaub ich, seit dem Kindergarten diesen Abtreibung- ist- ja- doch- irgendwie- Mord- Konsens mitgekriegt. Scheißdreck! Es ist nur Moralscheiße und schlechtes Gewissen-machen!
Die Abtreibende in eine konstruierte psychische Krise, einen Gewissenskonflikt zu stürzen ist klares patriarchales, katholisches Kalkül!
Es ist eigentlich so einfach: der Körper der Frau gehört nur ihr selbst!
Leider ist der Frauenkörper im Patriarchat Schlachtfeld für männliche Machtkämpfe genauso wie Mittel zur Unterdrückung der Frauen.
Solidarität ist möglich.
Männer können und sollen solidarisch sein mit den Frauen, die fordern, über ihren Körper selbst bestimmen zu können.
Aber diese Solidarität sollte nicht so aussehen, dass wieder Männer an Männerorten die Diskussion bestimmen, die Begriffe, die Prioritäten, die Richtung der Diskussion bestimmen und überhaupt ihre männliche Sichtweise hineinbringen. Denn genau das passiert im Patriarchat – das herrscht – wenn Männer und Frauen „gemeinsam“ diskutieren. Der „normale, öffentliche“ Diskussionsraum – ist patriarchal – männlich. Die „normale“ Perspektive – ist patriarchal – männlich. Die Begriffe sind patriarchal geprägt – männlich. Nein, das ist keine Paranoia. Das Patriachat herrscht tatsächlich. Es ist überhaupt Nix 'eh gut' jetzt. Deshalb sollte die Solidarität der Männer darin bestehen, sich nicht einzumengen, Frauenräume (physisch aber auch in Diskussionen) zu akzeptieren, zu ermöglichen.
Abtreibung ist FRAUENrecht, die Diskussion darüber ebenso. Frauensache, Frauenrecht.
OB KINDER ODER KEINE ENTSCHEIDEN WIR ALLEINE.