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 Freitag, 18. Mai 2012 @ 17:59

Innsbruck: Aufruf gegen den RFS

   

AntifaEin Aufruf von Roland Steixner
(Kandidat des KSV-LiLi an der Universität Innsbruck)

Liebe Studentin, lieber Student!

Als Kommunist bin ich der Ansicht, dass Politik sich nicht unbedingt in Gremien abspielen, sondern vielmehr von den Betroffenen selbst erarbeitet werden sollte. Dennoch kandidiere ich für den „KSV-LiLi“. Warum wirst Du jetzt berechtigt fragen: Soeben hatte ich die zweifelhafte Ehre, eine Wahlkampfbroschüre des RFS (Ring Freiheitlicher Studenten) in Händen zu halten, was mich auch dazu bewogen hat alle Studierenden dazu aufzurufen, sich an der Wahl zu beteiligen, damit faschistische Kräfte auch in Zukunft keine Chance mehr auf dem Campus haben. Noch nicht lange ist es her, dass schlagende Burschenschaften beträchtlichen Einfluss auf die Universitätspolitik ausübten. Noch immer haben Nazis und reaktionäre Kräfte auf der Uni viel zu viel zu sagen.

Ich will Dir den Inhalt der Broschüre und meine Meinung dazu nicht vorenthalten:

Wer den Folder in die Hand bekommt, sieht zunächst ein Bild, das sich auch auf den RFS-Plakaten findet: Drei Pfeile nach links ein großer nach rechts. Die politische Konnotation wird anhand der Wahlplakate deutlich. Die Politik der bisherigen Interessensvertretung ist dem RFS zu links (d.h. zu antifaschistisch, zu egalitär zu antielitär, zu sehr auf die Interessen von Ausländern, Homosexuellen, Transgendern, Frauen etc. ausgerichtet (für die unvollständige Aufzählung bitte ich vielmals um Entschuldigung)).

Offenkundig will sich der RFS diesmal die Verteidigung der „Meinungsfreiheit“ auf die Fahnen schreiben, die angeblich von der „Political Correctness“ bedroht sei. Dazu ist folgendes zu sagen: Abgesehen von der Tatsache, dass in dem vom RFS präferierten politischen System für abweichende Meinungen erst recht kein Platz ist, ist zu bemerken dass faschistische Äußerungen nicht unter dem Deckmantel der Meinungsfreiheit toleriert werden können. Als Kommunist erkenne ich das Recht eines jeden Menschen auf körperliche und seelische Unversehrtheit an (etwas dergleichen ist auch in den Menschenrechtskonventionen festgehalten). Dazu gehört eben auch, dass sich kein Mensch Diffamierungen und Beschimpfungen aufgrund seiner Hautfarbe, Geschlechts, Sexueller Orientierung und religiöser Überzeugungen udgl. gefallen lassen muss. Faschismus, Rassismus, Antisemitismus, Sexismus, Heterosexismus zu dulden heißt, fundamentale Menschenrechte zu missachten.

Zur „Frauenpolitik“ sei noch folgendes zu bemerken: Schön, dass der RFS das Thema „Frauenpolitik“ im Wahlkampf behandeln will.

Zwei Sätze des RFS- Folders sind hier zu behandeln:
„Außerdem empfinden wir es als eine Herabwürdigung, Frauenpolitik auf die angebliche sprachliche Diskriminierung zu reduzieren“.
Mag sein dass das Binnen-I nicht auf ungeteilte Zustimmung stößt. Über die „angebliche“ Diskriminierung der Frauen in der deutschen Sprache würde ich als Indogermanist und Sprachwissenschaftler mit einem schmissigen Vertreter des RFS eine tiefgreifende Unterhaltung führen.

„Die linke Gleichmacherei hat zu einem fatalen Geburtenrückgang geführt.“
Dieser Satz findet sich wenige Zeilen nach der angeblichen Reduktion der Frauenpolitik auf „angebliche sprachliche Diskriminierung“. Soso, darauf darf Frauenpolitik offenbar reduziert werden, auf die Beibehaltung der „naturgegebene Funktion der Geschlechter“ also.

Die Rückseite dieses RFSFolders: Offenkundig will der RFS mit dem „Mist [sic!] der Gleichmacherei“ aufräumen und linkes Gedankengut entsorgen wollen. Die Assoziation, die mir zu Mist einfällt ist, dass er braun ist.

Daher rufe ich alle Student- Innen auf sich rege an der Wahl zu beteiligen und dem braunen Mist zu zeigen, dass er auf der Uni nichts mehr verloren hat. Viele Fraktionen wie VSStÖ und GRAS stellen sich offen gegen Faschismus und Rassismus. Wer zudem jedoch eine systemkritische Alternative will, die den Kapitalismus offensiv in Frage stellt, ist gut beraten KSV-LiLi zu wählen.

Zeigen wir den Faschisten, dass sie in der ÖH nichts verloren haben, weil wir Studis sie dort nicht haben wollen!

Euer

Roland Steixner




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