Antinationalfeiertag: es gibt Nichts zu feiern!

Dienstag, 16. Oktober 2007 @ 14:21



Wir fordern die sofortige Wiederbesetzung Österreichs durch die Allierten,

die Umsetzung des Artikels 7,

die vollständige Entnazifizierung und

die Würdigung des antifaschistischen Widerstands.

Eigentlich sollte es für jedermensch offensichtlich sein, dass die Welt
nicht in rosa, grüne, gelbe oder himmelblaue Farbflecken aufgeteilt ist.
Trotzdem rotten sich jedes Jahr viele zufällig innerhalb eines
Farbflecks Geborene zusammen, um diesem zu huldigen. Im Fleck namens
Österreich schwärmen zu diesem Anlass jedes Jahr am 26.Oktober allerlei
militaristische und patriotische FarbflecklerInnen in Richtung
Heldenplatz aus, um sich in einem rot-weiß-rot-braunen Sumpf zu
versenken. Dieses skurrile Ereignis ist jedoch nicht nur aus
ästhetischen Gründen fragwürdig, denn leider steckt hinter den bunten
Farbflecken das Konstrukt der Nationalstaaten.

Dieses ist, anders als allgemein behauptet, keineswegs naturgegeben;
Schließlich hat sich das Staatsverständnis, wie wir es heute kennen,
erst im Laufe des 18.Jh entwickelt. Ein gemeinsames „WIR“ wurde mit der
Begründung scheinbar gleicher Kultur, Sprache, Religion, Geschichte,
Schicksal und/oder Blut konstruiert. Anschließend hat sich dieses „WIR“
über Gott und Geschichte einen Boden zugeschrieben, diesen abgesteckt
und sich eine Fahne umgehängt. (und sind dann Fussballspielen gegangen).
All diejenigen außerhalb dieser Grenzen werden so ausgeschlossen und als
„anders“ gebrandmarkt. Nation als identitätsstiftendes Moment bildet die
Grundlage für AusländerInnenhass und Unterdrückung von Minderheiten. Vor
allem der völkische Nationenbegriff , der sich durch „gleiches Blut“
definiert, war die Basis für die Entstehung des Nationalsozialismus. An
diesem völkischen Nationenverständnis hat sich in Deutschland und
Österreich bis heute nichts verändert und bildet die Grundlage für den
ganz alltäglichen Rassismus, in dem zB Minarette als „artfremd“
klassifiziert werden.

Diese zur Normalität gewordene Identität wird den kleinen „ICH“s schon
in Kindergarten, Schule und Familie mitgegeben; Am Nationalfeiertag sind
alle braven, stolzen „WIR“s aufgerufen sich der Nationalhudelei am
Heldenplatz anzuschließen.

Wiederbesetzung Österreichs Jetzt!

Obwohl der österreichische Staatsvertrag zur Entnazifizierung
verpflichtet, wurde dies nie auch nur ansatzweise umgesetzt, das
"Fleckchen Österreich" wäre im Atlas wohl eher braun auszumalen. Auch
der Artikel 7, der die Rechte der in Österreich lebenden Minderheiten
sichern sollte, wird bis heute nicht angewandt. Ebenso ausständig ist
die vorgeschriebene Würdigung des antifaschistischen Widerstands in Form
von Haftzeitanrechnung, Denkmäler etc.

Deshalb fordern wir die sofortige Wiederbesetzung des österreichischen
Staatsgebiets durch die Alliierten und rufen dazu auf, die
geschichtsverklärenden und nationenverherrlichenden „Feierlichkeiten“ am
26. Oktober zu stören.


Bildimpressionen:
http://votacomunista.at/news/article.php/20071215131720433

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http://votacomunista.at/news/article.php/20071016142110613