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 Freitag, 18. Mai 2012 @ 19:38

MTV makes me wanna smoke Crack…

   

Kultur …flying out the window and never coming back. [Beck]

Celebrity Rehab heißt der MTV- Reality Show - Scheiß des Jahres 2008. Gezeigt werden bei dieser Drogenentzugsreality- Show Stars und Starlets mit diversen Drogenerfahrungen.

Sie entziehen vor laufender Kamera und liefern Szenen für Sensationsgier und Tränendrüse, zum angewidert Abwenden und altklug besser fühlen vorm TV.
Sie sind nunmehr halbberühmt, abgehalftert, verkannt, vergreist und sie brauchen das Geld.
Sie reden von Kokain und Alkohol und vermuten gemeinsam mit den „ExpertInnen“, dass sie ganz ganz bald sterben, wenn sie weiter rauchen und saufen.
Der dubiose Experte und Entziehungsarzt Dr. Drew und seine Assistentin zeigen sich verständnisvoll, streng und vor allem vollkommen vertrottelt auf dem Gebiet des Drogengebrauchs oder -missbrauchs.

Das ist keine Antidrogenkampagne der Regierung, das ist Celebrity Rehab

Die Winslow - das Kiddie aus der Serie über die perfekte afroamerikanischen Harmoniefamilie mit dem nervigen Strebernachbarn Steve Urcel "Alle unter einem Dach" – ist jetzt ein Twen und „Marihuanaabhängig“.
Ihre Mutter macht sich Sorgen, dass sie in einem Jahr zur Beerdigung ihres Lieblings muss.
Katie ist entsetzt als der Grease – Shootingstar Jeff wegen der Entzugserscheinungen ins Krankenhaus gebracht wird. Schrecklich erscheint ihr die Vorstellung, dass ihr „Körper einmal nicht mehr funktionieren“ sollte wegen eines Entzugs.
Soweit einmal der erste Geschmack auf den eigentlichen Sinn dieser Show – nicht etwa die Warnung vor Missbrauch von Drogen oder die Aufklärung über Substanzen. Nein, das Abrichten zum Funktionieren.
Dabei ist das genau ein Grund, warum Rausch und Droge begehrt und beliebt sind – mit ihrer Hilfe aus dem Zwang des Funktionierenmüssens auszubrechen.

No Sex, no Drugs – no Rock ’n’ Roll

Aber es kommt noch weit dicker. Der Pornostar Mary will, nachdem ihre Mutter einen Fenstersturz überlebte, Schluss machen mit Porno und dem wilden Lifestyle. Doch mit Argwohn muss die/der geneigte MTV- ZuschauerIn feststellen, dass die das Poppen nicht lassen will. Da kommt die klare Anweisung – „no drugs, no drinks, no sexual contacts“ – von Dr. Drew. Was allen TeilnehmerInnen vollkommen einleuchtet.
So. Mittel, Zweck und Ziel des MTV- geförderten Drogenentzugprogramms ist also klar: Kein Spaß und keine Vergnügung. Lediglich normierte Gesellschaftsfähigkeit, die Maschinerie schmieren und das Reinziehn der üblichen Dröhnung Konsum und Arbeitsalltag.

It ain’t no fun without no Rock ’n’ Roll

Wenn das drogenfreie Leben jedoch nur aus Arbeit, Funktionieren, Zügelung, Sex für Fortpflanzung und MTV bestehen soll, was liegt näher als Exzess und Extasy als Alternative zur Zurichtung?




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