Basisgruppen und Basisdemokratie

Als KSV-LiLi treten wir bewusst nicht auf allen Ebenen der Studierenden Vertretung an. Wir haben den Grundsatz, dass Bildung und Bildungspolitik in den einzelnen Studiengängen am besten von den Studierenden selbst organisiert wird. Deshalb unterstützen wir alle linken und emanzipatorischen Basisgruppen bei den ÖH-Wahlen. Basisdemokratisches Arbeiten findet an den Universitäten am häufigsten in der Arbeit vieler Studienvertretungen, kurz StVen, statt. StVen vertreten die Studierenden der jeweiligen Studiengänge gegenüber dem Institut und der Studienprogrammleitung, sind an der Erarbeitung des Curriculums für den Studiengang und an der Besetzung neuer Professuren beteiligt. Sie sind Ansprechpartnerin bei Fragen und Problemen rund ums Studium und bieten dazu auch Beratung und Journaldienste an. Viele der Studienvertretungen an der Uni Wien verstehen sich selbst dabei als “BaGru” und tragen dies meist auch im Namen. Viele BaGrus nennen sich auch “IG”, was für Institutsgruppe steht. Die Abkürzung “BaGru” steht für “Basisgruppe” und beschreibt die Art der Entscheidungsfindung innerhalb der Gruppe der aktiven Personen in einer Studienvertretung. Basisdemokratisch arbeiten bedeutet, dass Entscheidungen gemeinsam im Konsens gefunden werden. Es gibt also keine Abstimmungen, die immer von der Mehrheit gewonnen werden – stattdessen wird versucht Lösungen zu entwickeln, die von allen getragen werden können. Auch haben gewählte Mandatar*innen nicht mehr Mitspracherecht als andere in der BaGru aktive Personen. Nicht einfach nur abzustimmen ermöglicht es, Argumente anderer besser nachzuvollziehen und seine eigenen Ansichten noch einmal zu reflektieren. Entscheidungen werden dabei im offenen Plenum getroffen.

Eine Basisgruppe ist ein Gegenentwurf zum Konzept zur Repräsentativdemokratie (und somit keine Fraktion). In einer Basisgruppe (BaGru) wird keine Parteipolitik und keine reine Servicepolitik betrieben. Vielmehr soll ein Beitrag zur inner- und außeruniversitären Emanzipation geleistet werden, das heißt Loslösung des Denkens und Handelns aus den traditionellen, festgefahrenen, autoritären und ausgrenzenden Gesellschaftsstrukturen. BaGrus an der Uni Wien etwa, haben auch bestimmte Grundsätze hinter denen sie stehen und anhand derer sich ihr politisches Handeln orientiert. Die meisten BaGrus verstehen sich als u.a. emanzipatorisch, antihierarchisch, feministisch, antifaschistisch, antirassistisch und unabhängig. Vor allem der Grundsatz “unabhängig” ist wichtig, da BaGrus eine von (uni-) politischen Fraktionen/Parteien unabhängige Studierendenvertretung stellen. Sich basisdemokratisch zu organisieren heißt auch Bildung von unten zu betreiben, da sich in den BaGrus nicht nur auch immer wieder mit diversen Themenkomplexen auseinandergesetzt wird, sondern auch hinterfragt wird, was diese oben erwähnten Grundsätze denn für die Gruppe bedeuten. Bildung, sowohl von unten als auch anderweitig, ist aber etwas, wofür gekämpft werden muss, damit sie frei für alle bleibt und nicht zu einem Elitenprojekt verkommt. Gerade jetzt, wo weitere Zugangsbeschränkungen für viele Studiengänge der Uni Wien eingeführt werden, studentische Mitbestimmung in Gremien immer weiter zurück gedrängt wird und Studiengebühren in der derzeitigen Regierung wieder viel Zuspruch finden ist es besonders wichtig für freie Bildung für alle zu kämpfen. Daher ist es unerlässlich, dass du dich organisierst und das geht am besten in einer BaGru, deiner offenen Studienvertretung. Und wenn deine Studienvertretung keine BaGru ist, frag doch mal nach, warum sie es nicht ist, warum nur drei oder fünf gewählte Leute Entscheidungen treffen sollten, die alle Studierende der Studienrichtung betreffen.

KSV-LiLi bekennt sich deshalb zur basisdemokratischen Organisation von Bildung und für die selbstverwaltete Universität. Bildungsräte gründen! Freie Bildung erkämpfen!